Kurzantwort: Fettablagerungen entstehen schleichend und verengen das Rohr über Monate. Heißes Wasser mit Spülmittel hilft bei frischen Ablagerungen. Ältere Fettschichten müssen mechanisch oder mit Hochdruck entfernt werden.
Wie entsteht Fett im Abflussrohr?
Beim Kochen gelangt Speisefett in den Abfluss - durch Pfannen und Töpfe, die direkt gespült werden, durch Bratensauce, Milch oder Frittieröl. Flüssiges Fett kühlt sich im Rohr rasch ab, verändert die Konsistenz und haftet an der Rohrinnenwand. Zunächst ist die Schicht dünn und kaum merkbar. Mit jeder weiteren Kochsession wächst sie aber und bindet zusätzlich Schmutzpartikel, Haare und andere Rückstände. So entsteht über Monate ein steinharter Pfropfen.
Woran erkennt man Fettablagerungen?
- Der Küchenabfluss läuft immer langsamer ab
- Stehendes Wasser bleibt nach dem Spülen kurz in der Spüle stehen
- Es riecht modrig oder ranzigfettig aus dem Abfluss
- Gurgelnde Geräusche nach dem Ablaufen des Wassers
Frische Ablagerungen entfernen
Heißes Wasser und Spülmittel
Sobald der Abfluss beginnt, langsamer zu werden, probieren Sie dieses einfache Mittel: Einen großen Topf Wasser bis kurz vor den Siedepunkt erhitzen (nicht kochendes Wasser in Kunststoffrohre kippen - das kann Dichtungen beschädigen). Spülmittel direkt in den Abfluss geben, dann das heiße Wasser in mehreren Schüben einlaufen lassen. Das emulgiert das Fett und spült es ab.
Natron und Essig
Die klassische Hausmittelkombination: Drei Esslöffel Natron in den Abfluss, dann einen Becher Essig hinterher. Die Reaktion schäumt und löst leichte Ablagerungen. Fünf bis zehn Minuten warten, dann mit heißem Wasser nachspülen. Das funktioniert gut zur Vorbeugung und bei ersten Ablagerungen.
Ältere, verhärtete Fettschichten entfernen
Rohrspirale
Bei stärkeren Fettablagerungen kommt die Rohrspirale zum Einsatz. Sie wird in den Abfluss eingedreht und zerstört mechanisch die Fettschicht. Das abgelöste Material wird dann weggespült. Diese Methode erfordert etwas Übung.
Professionelle Hochdruckspülung
Hartnäckige Fettblöcke in der Grundleitung sind für normale Haushaltsmaßnahmen nicht erreichbar. Hier braucht es den Fachbetrieb mit der Hochdruckspüle: Ein Hochdruckstrahl mit bis zu 150 Bar sprengt die Fettschicht ab und treibt sie aus der Leitung. Eine anschließende Rohrkamerainspektion zeigt, ob die Leitung wirklich wieder frei ist.
Fettablagerungen dauerhaft verhindern
- Fett nie direkt in den Abfluss kippen: Frittierfett oder Bratenfett in einem alten Gefäß auskühlen lassen und im Restmüll entsorgen.
- Fettfang nutzen: Küchensiebe halten Speisereste zurück.
- Regelmäßig heißes Wasser mit Spülmittel gießen: Einmal in der Woche als Vorbeugung.
- Geschirr grob abwischen: Fettige Teller vor dem Spülen kurz mit Küchenpapier abwischen, das gehört dann in den Restmüll.
Wer zahlt in der Mietwohnung?
Fettablagerungen gelten als vermeidbar und werden als Nutzerschaden eingestuft. Verursacht eine Küchenverstopfung durch Fett einen Wasserschaden oder muss die Leitung teuer gereinigt werden, kann der Vermieter die Kosten auf den Mieter umlegen. In Chemnitz ist das in vielen Mietverträgen geregelt.
Fazit
Fettablagerungen sind das häufigste Abfluss-Problem in Küchen - aber auch eines der am einfachsten vermeidbaren. Wer regelmäßig vorsorgt und Fett konsequent im Restmüll entsorgt, hält seinen Abfluss in Chemnitz dauerhaft frei.